© 2002, 2003 Marc 'BlackJack' Rintsch
V0.3 - letzte Änderung: 20.05.2003
Diese Seite besschreibt meine Erfahrungen mit Linux auf einem Laptop von Acer. Der Text ist auf dem Laptop unter einer Linuxdistribution von SuSE geschrieben.
Der Rechner ist leider nur mit einer Recovery-Version von Windows XP (Home o. Professional) ausgestattet, die aus 3 CDs mit einem Installer + Festplattenimage besteht. Man kann das mitgelieferte Betriebssystem also nicht parallel zu Linux nutzen, weil ein wiederaufspielen des Windows die komplette Festplatte wieder in den "Originalzustand" versetzt.
Auf der Homepage von Markus Dreyer wird allerdings berichtet, das er das mitgelieferte Windows in eine kleinere Partition installieren konnte.
Die Installation von SuSE 8.0 von CDs klappte fast reibungslos. An einer Stelle machte der grafische Installer Probleme: nach dem Test des X-Servers war der Installationsbildschirm gestaucht und etwas nach rechts aus dem Bildschirmbereich geschoben. Dieses Problem liess sich durch zweimaliges drücken von Fn+F5, der Tastenkombination zum umschalten auf den externen VGA-Ausgang, beheben. Wie sich später herausstellte lässt sich dieses Verhalten auch mit einer BIOS-Einstellung ändern.
Der Grafikchipsatz i830MG von Intel wird von XFree 4.2.0 unterstützt und man kann die Display-Auflösung von 1024x786 entweder mit 16 bpp oder mit 24 bpp Farbtiefe betreiben. Allerdings muss man bei der höheren Farbauflösung in Kauf nehmen, dass die 3D-Beschleunigung nicht funktioniert, da die 8 MB Grafikspeicher dafür nicht ausreichen.
Scheinbar hat der Treiber für XFree 4.2.0 keine Unterstützung für die RENDER-Erweiterung, darum funktioniert die Kantenglättung bei skalierbaren Schriften nicht.
Sowohl die fehlende Kantenglättung als auch die Beschränkung des Grafikspeichers auf 8 MB sind bei XFree 4.3.0 Geschichte. Hier steht einer rasanten Partie Tuxracer nichts mehr im Wege. :-)
Das im Absschnitt über die Installation erwähnte Problem mit dem gestauchten und verschobenen Bild tritt auch auf, wenn man vom X mit Strg+Alt+Fx (Fx = eine Funktionstaste von F1 bis F6) auf eine Textkonsole wechselt. Auch hier lässt sich das Problem mit zweimaligem drücken von Fn+F5 beheben. Oder man schaltet im BIOS die Autostretch-Funktion aus.
Auch der Sound ist im Board integriert und wird durch einen ALSA-Treiber unterstützt. Sehr praktisch ist der Lautstärkeregler am Gerät wenn man mit dem Rechner an einem Ort ist, an dem störende Geräusche unerwünscht sind (Hörsaal, Bücherei, Café etc.).
Jedesmal wenn unter KDE ein Ton abgespielt wird, dann knackt es aus den Lautsprechern am Anfang einmal hörbar. Ich weiss nicht ob das am Treiber oder am aRts-Daemon liegt oder eine andere Ursache vorliegt.
Das Touchpad von Synaptics kann als normale PS/2-Maus angesprochen werden. Besser ist allerdings der Synaptics-Treiber von Tuxmobil. Dieser erkennt das Antippen des Pads mit 2 bzw. 3 Fingern gleichzeitig, als Druck auf die mittlere bzw. rechte Maustaste und der rechte Rand des Pads fungiert als Maus-Rad.
Die Installation des Binaries verlief problemlos. Eine Anleitung auf deutsch befindet sich im Quelltext-Archiv des Treibers in der Datei INSTALL.DE.
Die Tastenkombination Fn+F7 zum (de)aktivieren des Touchpads funktioniert unter Linux nicht.
Da gibt es nichts weiter zu sagen. Es funktioniert.
Die 20 GB Platte läuft mit DMA im udma5 Modus (hdparm -i
/dev/hda) und unterstützt S.M.A.R.T.
Das Laufwerk wurde bei der Installation korrekt als Brenner erkannt und als simuliertes SCSI Gerät in das System eingebunden. (Brennen selber habe ich noch nicht getestet.)
Man sollte auf jeden Fall mit hdparm -d 1 /dev/hdc den
DMA-Modus des Laufwerks aktivieren, vor allem wenn man DVDs anschauen will.
Das funktioniert auch wenn das Laufwerk als emuliertes SCSI Gerät eigentlich
unter /dev/scd0 angesprochen wird! Um das umschalten in den DMA
Modus unter SuSE 8.x bei jedem Systemstart zu automatisieren, kann man
in /etc/sysconfig/hardware das Gerät hdc bei der
entsprechenden Option hinzufügen
DVDs lassen sich mit VideoLAN
abspielen. Dazu muss man den VideoLAN Client und die beiden Bibliotheken
libdvdread und libdvdcss (ebenfalls von der
VideoLAN Homepage) installieren. Damit verschlüsselte DVDs abgespielt werden
können, muss die Umgebungsvariable DVDCSS_METHOD=title gesetzt
werden. Das habe ich unter /etc/profile.local gemacht, damit sie
für jeden Benutzer gesetzt ist.
Die integrierte Netzwerkkarte wurde problemlos von Yast2 erkannt und läuft super.
Eine ELSA AirLancer FunkLAN-Karte mit Lucent Chipsatz habe ich mit dem
wvlan_cs.o Kernelmodul zum laufen gebracht.
Über den seriellen Port habe ich eine Verbindung mit pppd
über ein Nullmodemkabel zu meinem Desktop-Rechner aufgebaut, weil ich für
diesen am Anfang noch keine Netzwerkkarte hatte. Unglaublich langsam, aber es
geht ;-)
Parallelport noch ungetestet...
Sowohl eine USB Maus von Logitech als auch ein USB Memory Stick von Medion funktionieren einwandfrei.
Hier gab es beim Aufrüsten leider Probleme. Die 128 MB waren mir nicht genug und deshalb habe ich weitere 128 MB Speicher von Optosys gekauft. Dieses mochte der Acer überhaupt nicht. Der Bildschirm blieb einfach schwarz beim Einschalten. Das Speichermodul funktionierte allerdings tadellos im Sony Vaio eines Freundes.
Das Dokument ist noch nicht komplett - es gibt noch einiges zu tun...
Für Anregungen und Ergänzungen wäre ich natürlich dankbar und auch Fragen zum Text können per Mail an mich gerichtet werden: bj@spline.de